Schottland 1995
1. Motorradtour
Warum ausgerechnet Schottland?
Karge Landschaft, Nebel, Regen und Kälte. Alles Gründe, die den 08/15-Touristen abhalten, in einem solchen Land seinen Urlaub zu verbringen. Was um alles in der Welt hat mich bewogen, hierher zu kommen? Ich glaube, es liegt an den Geschichten über wunderschöne Landschaften, schroffe Berge, freundliche Menschen und, last but not least, am Geheimnis des schottischen Whiskys. All das will ich nun mit eigenen Augen sehen und erleben. Da ich nicht allzuviel von organisierten Reisen halte, bin ich einfach drauflos gefahren. Es soll meine erste große Motorradtour werden. Mein Reisebegleiter ist Ralf, ein Kollege und auch begeisterter Motorradfahrer.
Die Motorräder
Ich fahre seit März '95 eine Yamaha XJ 600 S Diversion, Ralf ist auf seiner Moto Guzzi Le Mans IV unterwegs. Ein ziemlich ungleiches Paar. Gemeinsam haben wir bisher nur einige Touren in der fränkischen Schweiz d.h. direkt vor unserer Haustür unternommen.
Der Start
Die Sonne scheint, der Tag hat gerade begonnen, wir sind guter Laune und bereit zum Start. Wir haben beschlossen, das Ganze etwas ruhiger anzugehen. Deshalb ist die erste Tagesetappe bis Köln gesteckt. Wir wollen ziemlich schnell bis Frankfurt fahren und dann rechtsrheinisch über Rüdesheim, St. Goar und Koblenz bis nach Köln. Unser erstes Nachtquartier schlagen wir bei Ralfs Verwandten in Köln auf. In Koblenz gönnen wir uns noch eine kleine Pause, um das Deutsche Eck zu besichtigen - ist aber leider wegen einer OpenAir-Veranstaltung abgesperrt. Also fahren wir auf die Festung Ehrenbreitstein und schauen uns das ganze von oben an. Es ist wahnsinnig warm und wir kommen bei unserem Festungsrundgang ganz schön ins Schwitzen. Kurz vor Köln dann die erste technische Panne. Die Blinker der Moto Guzzi gehen nicht mehr. Aber die letzten 10 km schaffen wir auch ohne.
Am nächsten Morgen funktionieren die Blinker wieder. Ein Grund für das Fehlverhalten ist nicht zu erkennen, also gehts erst mal weiter. Unser heutiges Tagesziel ist der Fährhafen Rotterdam. Warum Rotterdam? Von Rotterdam (oder auch von Zeebrugge aus) gibt es eine tägliche Fährverbindung nach Kingston-upon-Hull in Nordengland. Dies spart uns einige hundert Kilometer Autobahn in Südengland. Über die Strecke Köln-Rotterdam gibt es nicht viel zu berichten. Wir fahren Autobahn. Bei Venlo habe ich ein Spritproblem und finde erst kurz vor Ultimo eine Tankstelle - Glück gehabt. Wir kommen gegen 16 Uhr am Fährterminal an und Reihen uns in die Motorradschlange ein. Im Terminal lernen wir noch 3 andere Biker kennen: Claudia und Volker aus Scheinfeld wollen mit Volkers Duc 900 SS auch nach Schottland, Schorsch auf seiner 400er Kawa will nach Irland. Gedankenaustausch!!!